Dolce far niente. Das süße Nichtstun.

Schneller. Weiter. Größer. Mehr. Hektik, Macht und Geld regiert unser Leben. Der gesellschaftliche Druck ist groß. Du musst etwas schaffen! Du musst Geld verdienen! Du musst ein Haus haben! Du musst tolle Kleidung besitzen! Du musst Geld auf die Seite legen! Du musst dir ein gutes Auto kaufen! Du musst deine Kinder auf teure Schulen schicken!

 

Viele leiden unter diesem Druck. Wer sich zurücklehnen möchte, muss sich immer öfter dafür rechtfertigen. Selbst in der Freizeit lässt der Druck nicht nach. Wer hat das bessere Fahrrad, die schöneren Fitnessklamotten? Die sündteuren Laufschuhe? Wieviel Geld wird in Fitnessstudios investiert? Wohin fährt der Nachbar in Urlaub? Was kostet die Kreuzfahrt? Schneller. Weiter. Größer. Teurer. Macht auch hier nicht halt.

 

Wer aussteigen möchte aus dem Hamsterrad, dem wird dies oft sehr schwer gemacht. Deshalb lässt man es bleiben und strampelt sich weiter ab, bis die Gesundheit darunter leidet und gar nicht zu selten in einem Burn Out mündet.

 

Diese kleine Geschichte soll Sie dazu anregen, nicht zu vergessen, dass Sie zum LEBEN auf der Welt sind!

 

Der zufriedene Fischer und der Unternehmer

 

In einer abgeschiedenen ländlichen Gegend Südeuropas sitzt ein Fischer am flachen Meerestrand und angelt mit einer alten, herkömmlichen Angelrute. Ein reicher Unternehmer, der sich einen einsamen Urlaub am Meer gönnt, kommt auf einem Spaziergang vorbei, beobachtet den Fischer eine Weile, schüttelt den Kopf und spricht ihn an. Warum er hier angle, fragt er ihn. Draußen, auf den felsigen Klippen könne er seine Ausbeute doch gewiss verdoppeln. Der Fischer blickt ihn verwundert an. "Wozu?", fragt er verständnislos. Na, die zusätzlichen Fische könne er doch am Markt in der nächsten Stadt verkaufen und sich von den Einnahmen eine neue Fiberglasangel und den hoch effektiven Spezialköder leisten. Damit ließe sich seine Tagesmenge an gefangenem Fisch mühelos noch einmal verdoppeln. "Und dann?", fragt der Fischer, weiterhin verständnislos. Dann, entgegnet der ungeduldig werdende Unternehmer, könne er sich bald ein Boot kaufen, hinausfahren ins tiefe Wasser und das Zehnfache an Fischen fangen, sodass er in kurzer Zeit reich genug sein werde, sich einen modernen Hochseetrawler zu leisten! Der Unternehmer strahlt, begeistert von seiner Vision. "Ja", sagt der Fischer, "und was tue ich dann?" Dann, schwärmt der Unternehmer, werde er bald den Fischfang an der ganzen Küste beherrschen, dann könne er eine ganze Fischfangflotte für sich arbeiten lassen. "Aha", entgegnet der Fischer, "und was tue ich, wenn sie für mich arbeiten?" Na, dann könne er sich den ganzen Tag lang an den flachen Strand setzen, die Sonne genießen und angeln. "Ja", sagt der Fischer, "das tue ich jetzt auch schon."

 

 

Natürlich ist diese Geschichte sehr naiv und meint damit nicht, dass wir aufhören sollen zu arbeiten, doch soll Sie uns zum Nachdenken bringen, wo wir unsere Prioritäten setzen, oder ob wir uns vielleicht für die falschen Dinge abstrampeln.