Unter weitem Himmel (Jörg Zink)

UNTER WEITEM HIMMEL von Jörg Zink

 

"Ein Hirte saß bei seiner Herde

am Ufer des großen Flusses,

der am Rande der Welt fließt.

Wenn er Zeit hatte

und über den Fluß schaute,

spielte er auf seiner Flöte.

 

Eines Abends kam der Tod über den Fluß

und sagte: Ich komme,

um dich nach drüben mitzunehmen.

Hast du Angst?

Warum Angst? Fragte der Hirt.

Ich habe immer über den Fluß geschaut.

Ich weiß, wie es drüben ist.

 

Und als der Tod ihm die Hand auf die Schulter legte,

stand er auf und fuhr mit ihm über den Fluß,

als wäre nichts.

 

Das andere Ufer war ihm nicht fremd,

und die Töne seiner Flöte,

die der Wind hinübergetragen hatte,

waren noch da.