Der Begriff Resilienz ist in aller Munde und gilt als Schlüsselkompetenz der Zukunft. Doch hinter dem Wort Resilienz steckt nicht nur eine Modeerscheinung, sondern die Fähigkeit des Menschen auf Krisen, wechselnde Lebenssituationen und Anforderungen flexibel und angemessen zu reagieren und unbeschadet zu meistern. Einfach übersetzt bedeutet Resilienz innere Stärke oder Widerstandskraft.

 

Die Resilienzforschung hat ihren Ursprung bereits in den 1950er Jahren. Die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner (geb. 1929) führte auf der hawaianischen Insel Kauai eine Langzeitstudie durch und beobachtete 698 Kinder über vier Jahrzehnte hinweg. Sie fand heraus, dass, obwohl die Chancen auf ein erfolgreiches Leben der Kinder, auf Grund von Armut, Vernachlässigung, Mißhandlung, Alkoholmißbrauch etc., äußerst schlecht waren, ein Drittel der Kinder ihr Leben gut meisterten und zu selbstbewussten, fürsorglichen und leistungsfähigen Erwachsenen heranwuchsen. Diese Kinder hatten, im Gegensatz zu den anderen zwei Drittel, mindestens eine liebevolle Bezugsperson in Ihrem Umfeld, die sich um sie kümmerte, waren intelligenter und sozial verbindlicher. (Quelle: http://lexikon.stangl.eu/593/resilienz/)

 

Doch was genau versteckt sich hinter dem Wort Resilienz?

 

Der Begriff Resilienz (engl. resilience = Elastizität, Spannkraft; lat. resilire = zurückspringen, abprallen) stammt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet dort die Fähigkeit eines Werkstoffes, sich verformen zu lassen und hinterher dennoch in die ursprüngliche Form zurückzufinden. Resilienz steht daher allgemein für die Toleranz eines Systems gegenüber Störungen.

 

In der Psychologie wurde der Begriff aufgegriffen. Er umschreibt dort die Fähigkeit eines Menschen, sich trotz widriger Umstände, Niederlagen, Kümmernisse und Krankheiten, zu erholen und neu aufzurichten. Resilienz steht für psychische Robustheit oder auch psychische Elastizität.

 

Forscher haben herausgefunden, dass es eine Reihe von Schutzfaktoren gibt, welche die Resilienz eines Menschen im Umgang mit Krisen erhöhen können. Dazu zählen die inneren Schutzfaktoren (zB Charakter- bzw. Persönlichkeitseigenschaften, Innere Haltungen, Einstellungen, Überzeugungen, Talente, Begabungen, Fertigkeiten, Erfahrungen und Krisenkompetenzen) und die äußeren Schutzfaktoren (positive Rollenvorbilder, stimulierendes Lern- und Arbeitsumfeld, feste Bezugspersonen, Möglichkeit zur Weiterbildung und neue Perspektiven).

 

Was heißt es nun "resilient" zu sein?

  • Resilient zu sein, bedeutet mit Druck und Belastungen so umgehen zu können, dass man nach diesen Phasen der Anspannung wieder in die ursprüngliche Form zurückfindet.
  • Nach einer Krankheit wieder gesund zu werden.
  • Nach einer Phase der Traurigkeit wieder glücklich zu erden.
  • Nach Stress wieder zu Ruhe und Gelassenheit zu finden.
  • Lebenskrisen überwinden zu können.

Die Resilienz wird dabei nicht als konstanter Zustand gesehen, sondern als lebenslanger Lernprozess. Die Resilienz kann dabei von Kontext zu Kontext anders ausfallen und die Widerstandskraft kann in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich ausgeprägt sein.
(Quelle: Resilienz. Ella Gabriele Amann. 2015, 2. Auflage. Verlag Haufe-Lexware)